„Chronographische Geschichte der Grafschaften, Ländereien & der Stadt Saint Pol sur Ternoise“
„Histoire chronographiqve des comtes, pays et ville de S. Pavl en Ternois “

von Herrn FERRY DE LOCRE aus Saint Pol, Pfarrer von SAINT NICOLAS À ARRAS

A HAVLT ET PVISSANT SEIGNEVR MESSYRE MAXIMILIAN DE BAILLOEVL CHEVALIER, SEIGNEVR DVDIT LIEV DE S. MARTIN, Gauchin le Gal, Piermnt, Ocoche, Sains les Pernes, Foringhem, Aumerual, Auchy au Bois, Eure, Eckbrecq, Rocourt, Rollecourt, Grancamp, &c.

Monsegnevr,
Voicy orprimes les primices, quem a plume ofe voüer fur l’autel de voz merites. Si c’eft à tard, les derniers veux & offices emportent fouuent fur les premiers. Il eft vray que le tout eft icy groffierement tiffu, & cela tire de mon non-pouuoir mieux. Si eft-ce-que le fuject apporte quant &foy la clef, qui poeut donner entree à voftre accœuil. Vn verger, bien que mal culiué, n’amoindrit pourtant les vifues couleurs & belles graces des Tulupas Irides & aultres femblables fleurs, qui y defcouurent & halennent le poupre & le baulme de leur beauté & bonté. Auffi de ces cayers bien que mal-agencés, n’endureront aucun preiudice les Tref-illuftres & Puiffantes Comtes de S. Paul, qui y font parade Royale, accompagnés de leurs alliances tref-haultes, de faictz Heroïques & Tragiques, du credit & auctorité auprés des plus grands de l’Europe, fuiuis neantmoins de diuerfes inclinations de la fortune, & en fin de leur tombeaux. Mors ultima linea rerum. Voila la qualité du fuiect.

Et pour reprendre d’ailleurs, / concerter à la verité; quel Parrain pouuoit il eflire aultre que vous ? Dont tire il le plus d’honneur que de vous? qui auez humé les premiers Zephyrs enttre fes plus beaux vergers & plantis au iour de voftre heureufe naiffance; & dés longues annees (au modele de vos trefnobles Ayeux alliés aux Lalains, Merodes, Culembourgs, Bofluts, Saueufes, &c) y aués fiché / arresfté voftre ordinaire feiour; duquel, ainsi qu’vn aftre bening, eflancez par tout le pourpris les rayons de voftre amiable faueur: Ie dis; en paix, en guerre, au facré, au ciuil; en priué, en publicq. Le bon zele vous y emporte, ne licentiant tant foit peu de trefues en l’exerfice de fi nobles offices.

De noftre cofté, ie n’a aduancheray les denombrements d’obligations infinies, que vous debuons, lefquelles guife d’vn Remora ne me permectent ancrer ailleurs, qu’au haure de V. Seigneurie Illuftre, Ce que chfcun fcait, feruira de prœuue. Et moy cependant continueray en l’affeurance que cefte mienne volonté vous fera aggreable, pour demeurer à iamais

De V. Srie.
Le plus fidelle & affectionné feruiteur

FERRY DE LOCRE

Dem großen & mächtigen Herren, seiner Hoheit Maximilian VON BAILLEUL Ritter, Herr besagten Ortes Saint Martin , Gauchin-Légal , Pierremont , Ocoche, Sains les Pernes, Floringhem, Aumerval , Auchy au Bois, EURE, ECKBRECQ , ROCOURT , ROLLECOURT , Grandcamp , &sw.

Durchlaucht,
hier nun also die ersten Früchte, die meine Feder wagt, auf dem Altar Eurer Verdienste niederzulegen. Mag es auch spät sein, die letzten Wünsche & Gefälligkeiten sind doch oft trefflicher als die ersteren. Wahrlich, alles hier ist grob gewirkt, was daher kommt, dass ich es nicht besser wusste. Doch trägt das Sujet in sich selbst den Schlüssel, mit dem es in Eurer Gunst Einlass erlangen wird. Mag der Garten auch noch so schlecht gepflegt sein, so mindert dies doch keineswegs die lebhaften Farben & die anmutige Schönheit der Tulpen & anderer ähnlicher Blumen, die sich dort befinden & die in ihrer Schönheit & Güte Purpur & Balsam verströmen. So werden auch diese Blätter, mögen sie gar mangelhaft gewirket sein, den erlauchten & großen Grafen von Saint Pol keineswegs zu Schaden gereichen, wenn diese darin in Begleitung ihrer hochwohlgeborenen Verwandten, ihrer ruhmreichen & tragischen Taten, ihrer Verdienste & ihres Einflusses bei den Mächtigsten Europas den Königen Geleit geben, selbst wenn ihnen endlich dennoch Fortunas verschiedene Wechselstürme & schließlich gar Grabmahle folgen. Mors ultima linea rerum. So ist dieses Sujet beschaffen.

Und um es noch anders auszudrücken & der Wahrheit zu Ehren, welch anderen Paten hätten sie wählen können als Euch? Was konnte ihnen mehr zu Ehre gereichen, als Ihr? Ihr, die Ihr am glücklichen Tage Eurer Geburt die ersten Zephyre inmitten der schönsten Gärten & Haine geschnuppert habt; & die ihr dort (nach dem Vorbild Eurer hochadeligen Ahnen, im Bunde mit den Lalaing , Merode, Culembourg, Bossut, Saveuse, &sw.) lange Jahre Euren gewohnten Aufenthalt verwurzelt & bewahrt habt, von welchem Ihr gleich einem gütigen Gestirn das ganze Land in Eurer freundlichen Gnade erstrahlen lasst: Ich meine dies im Frieden wie im Krieg, im Religiösen wie im Weltlichen, im Privaten wie im Öffentlichen. Gütiger Eifer treibt Euch an & lässt Euch in der Ausübung Eurer edlen Pflichten wenig Muße.

Was uns betrifft, so werde ich die unendlichen Verpflichtungen nicht aufzählen, die wir Euch schulden, & die mir, einem Hemmfisch gleich, nicht gestatten mich anderswo anzuheften, als im Hafen Eures ruhmreichen Herrenthums. So mag was jeder weiß hier zum Beweise dienen. & meinerseits versichere ich Euch, dass ich in meinen Bemühungen, Euch zu Gefallen zu sein, fortfahren werde.

Auf ewig
Eurer Hoheit treuester & innigst zugetaner Diener
FERRY DE LOCR